Wasser für Wasilijs Weiden

Revitalisierung brachgefallener Industrieflächen in St. Petersburg

Die Stadt St. Petersburg ist eine Stadt im Wandel. Nicht erst seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Gründung der Russischen Föderation ist die zweitgrößte Stadt Russlands erheblichen Veränderungen ausgesetzt.

Ihre 300-jährige Geschichte bezeugt eine überaus dynamische Entwicklung von der Gründung im Jahre 1703 in dem Sümpfen des Newa-Deltas hin zu einer 5-Millionen-Metropole in den 1990er Jahren. Sämtliche Epochen haben sich im Stadtbild verewigt und lassen sich eindrucksvoll in der Stadtstruktur nachvollziehen. Peter der Große, der Schöpfer der Stadt, gestaltete eine unverkennbare und noch nie zuvor in den russischen Städten da gewesene Stadtstruktur. Diese ist von den nachfolgenden Zaren auf unterschiedliche Weise weiterentwickelt worden und bildet heute das "Historische Zentrum" der Stadt.

Mit dem Einbruch der Industrialisierung strömen immer mehr Menschen auf der Suche nach Arbeit in die Stadt, der dadurch vorangetriebene Wohnungsbau sowie der immense Industriebau werden an den Rand. Es bildet sich ein Gürtel bestehend aus den zahlreichen Industrien und den Arbeiterquartieren um den historischen Stadtkern. Die aufkommende Wohnungsnot in den 30er und 60er Jahren führt zu einer weiteren Ummantelung der bestehenden Stadt, der Wohngürtel entsteht.

Im Übergang der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft und durch den Zerfall der Sowjetunion kommen neue baulich-räumliche Veränderungen auf die Stadt zu. Vor allem der Industriegürtel verliert in seiner Form an Bedeutung. Brachflächen sind die Folge.

Im Rahmen der Arbeit wurde speziell die Wasiljewskij-Insel untersucht und ein Konzept für den nördlichen Teil entwickelt.